Blog: Am Ende wird alles gut

8. August 2014
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Auf den Hund gekommen

Martin Rusam AliceDarf ich vorstellen? Das ist Alice, eine junge Boxer-Hündin. Sie lebt seit wenigen Monaten mit uns und hat uns, Sie ahnen es schon, von Anfang an um ihre weiß/braunen Pfoten gewickelt.

Für mich war und ist diese Familienerweiterung eine neue Erfahrung. Ganz ehrlich? Alice ist eine echte Bereicherung für meine Frau und mich. Sie hält uns auf Trab und sie hat zeitgleich eine unglaublich beruhigende Wirkung. Hunde haben das gewisse Etwas und sind empathische Wesen, genauso wie wir Menschen. Nur dürfen wir unser Verständnis von Empathie nicht eins zu eins auf Tiere übertragen.

Ganz grob unterscheidet man in emotionale Empathie, also das Mitleid das man empfindet, wenn Jemand stürzt (nicht zu verwechseln mit Schadenfreude). Und in kognitive Empathie, dem Verstehen, dass sich der Fallende vermutlich wehgetan hat.

Martin Rusam BürohundDennoch ist es gar nicht so einfach sich in die Situation eines Tieres hineinzuversetzen. Der erste Impuls ist nicht selten eine Vermischung aus Fehldeutung des Bedürfnisses des Hundes (will immer gestreichelt werden) und meines eigenen Wunsches (ich will den Hund streicheln).  Wir wollen dem Hund also etwas Gutes tun, ihn nett begrüßen und liegen dabei häufig gravierend falsch. Warten Sie deshalb einfach ab, wie der Hund auf Sie reagiert. Er signalisiert schnell, wie er “drauf” ist, ob er Sie mag und wie er begrüßt werden möchte.

Alice begleitet mich natürlich regelmäßig ins Büro, wenn ich keine Coachings abhalte. Auch hier bin ich nicht alleine, denn es gibt eine Menge “Bürohunde” in Deutschland. Denn ein Hund verbessert in aller Regel das Betriebsklima, entspannt die Kollegen und beugt Burn-out vor. Das ist wissenschaftlich bewiesen.

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Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass es z.B. einen Bundesverband Bürohunde gibt, die den Kollegen Hund genau deshalb in die Büros empfehlen. Ich kann´s mittlerweile nachvollziehen.

Alice-Martin RusamDass Hunde ganz gezielt als Therapiehunde ausgebildet und eingesetzt werden, wissen vielleicht nicht alle. Beispielsweise gibt es Schulhunde, die sehr sensibel auf unaufmerksame, abgelenkte, konzentrationsgestörte oder hyperaktive Kinder reagieren. Sie spüren sehr früh, wann ein solches Kind im Unterricht “abschaltet”, gehen zu ihm hin und beruhigen es durch ihre einfache Präsenz. Sobald sich das Kind beruhigt hat und wieder “dabei” ist, wechselt der Hund zum nächsten, das seine Aufmerksamkeit braucht. Ein solcher Hund wird akribisch ausgebildet und gezielt eingesetzt, ähnlich wie Blindenhunde. Wer mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich einen sehr unterhaltsamen Podcast meines Freundes und Kollegen Andreas Gregori, der Tanja Kohl als Leiterin der Hessischen Blindenführhunde interviewt hat.

So, nun aber genug geschrieben. Jetzt gehe ich mit Alice raus. Sie soll ja auch nicht leben wie ein Hund 😉

 



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